Freitag, 27 Februar 2015 10:19

Wieder WM-Gold für Tobi Müller

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Es läuft für Tobias Müller. Nach dem Parallel Sprint darf er sich schon Doppel-Weltmeister nennen. Der Obermeiselsteiner setzte sich in allen Läufen als Sieger durch und steht damit verdient in der Mitte des Podiums. Die Oberstdorferin Johanna Holzmann wurde hervorragende, aber undankbare Vierte.

Souveräner geht es kaum: Tobias Müller feierte in jedem Rennen einen klaren Sieg. In keinem einzigen Heat war an der Überlegenheit des Allgäuers zu zweifeln. Im Halbfinale musste der spätere Dritte Antoine Bouvier (FRA) gegen Müller ran. In beiden Läufen war Müller klarer Sieger und ließ damit Bouvier keine Chance. Das Finale ging dann gegen einen weiteren Franzosen: Phil Lau. Im ersten Lauf kamen beide Athleten zeitgleich in den Kreisel, lieferten sich dort einen fairen und spannenden Fight, im Skatingteil konnte Müller dann sein Können demonstrieren und zog Lau davon. Im zweiten Finallauf fuhr Müller auf Sicherheit, hatte seinen Gegner immer im Blick und lief knapp hinter ihm ins Ziel ein. Durch den klaren Vorsprung im ersten Rennen war der WM-Titel Tobias sicher.

Der zweite DSV Athlet, Jonas Müller, war im ersten Achtelfinale klar vor dem Amerikaner Cory Snyder, doch im zweiten Heat zog Schmid im Zweikampf den kürzeren, nachdem der vor ihm fahrende Snyder den Weg im 360er immer enger gemacht hatte. Schmid landete im Fangnetz, und seine Medaillenhoffnungen waren beendet.

Bei den Damen verlor Johanna Holzmann im Halbfinale gegen die spätere Weltmeisterin Amelie Reymond und musste damit ins kleine Finale um Platz drei. Nach einem spannenden ersten Durchgang gegen die Französin Angeline Tanbouquet skatete Holzmann knapp hinter der Französin ins Ziel. Angriff war die Devise für den zweiten Lauf, aber etwas zu viel Risiko kostete der jungen Oberstdorferin dann die Medaille. Johanna stürzte im oberen Teil, und damit war die erhoffte Bronzemedaille weg.


O-Töne zur WM:

Tobias Müller (SC Fischen): „Ein großartiges Gefühl, den Titel hier zu verteidigen und zum zweiten Mal Gold zu holen. Der Hang liegt mir und ich hatte von Beginn an ein gutes Gefühl. Bereits gestern beim Team-Event war ich mir immer sicher in den Läufen und heute konnte ich all das widerholen. Geil! Die Stimmung im Team passt, wir hatten schon Medaillen geholt und all das macht einen sicherer. Jetzt noch einmal Kraft tanken und morgen dann ein letztes Mal im Classic angreifen – dann sehen wir was passiert."

Jonas Schmid (SC Oberstdorf): „Natürlich ist es ärgerlich im Achtelfinale zu scheitern, zumal ich das Rennen klar im Griff hatte. Corry Snyder ist kein Vorwurf zu machen, er hat mich im Kreisel unglücklich berührt und hat meinen Ski zur Seite geschoben, so dass es mich in das Netz katapultierte. Aber genau das ist es, was den Parallel auszeichnet und was diese Disziplin so einzigartig macht. Pech gehabt – morgen greife ich noch einmal an!"

Chris Leicht (DSV Referent Telemark): „Das, was wir heute gesehen haben, war sensationell. Man sollte mit diesen Wörtern sorgsam umgehen, aber wenn Tobias seinen Titel dermaßen souverän verteidigt – in keinem einzigen Run war auch nur der Anschein von Unsicherheit zu sehen, dann verdient das diesen Ausdruck. Ich ziehe den Hut vor ihm! Schade für Johanna, sie ist heute sehr gut gefahren. Auf Grund ihrer Erkrankung ist sie auch sehr, sehr clever in die Rennen gegangen und hat ihre Kräfte so gut als möglich gespart. Dass es am Ende nicht ganz gereicht hat, macht in diesem Fall überhaupt nichts. Sie hat sich durchgebissen!"

Junioren-WM

Bei den Junioren lieferte sich der Laupheimer Moritz Hamberger sehr spannende Fights mit seinen Konkurrenten. Mit beherzten Läufen und enormen Kampfgeist fuhr er sich sensationell in das Halbfinale. Auf dem Weg dahin hat er im Viertelfinale keinen geringeren als den amtierenden Junioren-Weltmeister besiegt. Das Halbfinale verlor Hamberger dann dennoch sehr knapp gegen Issautier Guillaume (NOR). Im kleinen Finale fehlten ihn am Ende 24 hundertstel Sekunden für Bronze.

Mit der Hoffnung auf eine Medaille ist Johanna Holzmann in den Parallel Sprint gestartet. Im Viertelfinale traf sie auf die spätere Silbermedaillengewinnerin Argeline TanBouquet. Bereits im ersten Heat lieferten sie sich einen fairen Zweikampf wobei Johanna im Kreisel von der Konkurrentin bedrängt wurde, das Gleichgewicht verlor und unglücklich auf den Hinterkopf stürzte. Auf Grund ihrer Erkrankung und des Unfalls entschied sich das Team den Heat abzugeben und im zweiten Run nicht mehr zu starten.

O-Töne:

Moritz Hamberger: „Ich hätte gerne eine Medaille gewonnen, dennoch bin ich mit meiner Leistung heute sehr zufrieden, wollt ich es doch Tobi Müller gleichtun. Ich habe gekämpft und alle gegeben und tolle Rennen abgeliefert. Das Team war perfekt und hat mich immer wieder gepuscht. Ein großer Dank an Alle, die mich hier so toll unterstützt haben. Es ist schon ein tolles Gefühl ein Teil dieser wunderbaren Mannschaft zu sein."

Johanna Holzmann: „Angetreten bin ich um eine Medaille zu gewinnen. Das erste Gold habe ich mir vorgestern geholt, obwohl ich hier mit meiner Gesundheit schwer zu kämpfen hatte und habe. Dennoch bin ich glücklich so weit gekommen zu sein. Für Morgen will ich noch einmal alles geben und dann schauen wir was herauskommt."

Dr. Sebastian Sinz (Teamarzt): „Der Gesundheitszustand von Johanna war seit der Ankunft sehr angespannt. Zunächst die Entzündung am Auge, dazu kam die Erkältung. Wenn auf einer Höhe von 2.500 m Leistungssport betrieben wird, dann beansprucht das den Körper deutlich mehr als in tieferen Gebieten. Johanna hat sich hier sehr tapfer geschlagen und aus medizinischer Sicht, war das frühe Ausscheiden gar nicht so schlecht, so hat Johanna etwas mehr Zeit zur Regeneration."

Livestream:
FIS TELEMARK WORLD CHAMPIONSHIPS
http://new.livestream.com/TeleHo/events/3784427

Weitere Rennen:

27.02. Classic, Mt. Werner - Steamboat Ski Resort

Copyright Text: DSV
Copyright Bild: Petter Ekran

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