Samstag, 19 Februar 2011 13:16

Interskikongress bietet Plattform für Telemark

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ImageIn St. Anton am Arlberg fand der 19. INTERSKI Kongress statt. Neben der Hauptdisziplin Ski alpin spielt Telemark eine zunehmend bedeutendere Rolle.
 


Rund 2.000 Schneesportler aus  40 Nationen tauschen sich alle vier Jahre auf dem größten Schneesport-Symposium der Welt über die neuesten Entwicklungen auf den Gebieten Methodik & Didaktik sowie Technik aus.

ImageZur rund 50-köpfigen deutschen Delegation gehörten deshalb 10 Telemarker, von denen 4 im Demo-Team- Telemark das deutsche Programm präsentierten. 8 Skifahrer und 4 Boarder vervollständigten das deutsche Demo-Team.


Insgesamt präsentierten 20 Nationen inhaltliche Themen sowie Demo- und Showfahrten in Telemarktechnik. Etliche Nationen stellten Ihre Ideen in Workshops vor, deren unterschiedliche Ansätze im Folgenden zusammengefasst werden:

ImageNorwegen
Große Hoffnung wird in Norwegen auf die NTN-Bindung gesetzt. Es wird erwartet, dass dadurch viele Skifahrer, die man an alpine Carvingski verloren hat, wieder auf Telemarkski „zurückkehren“. Der grundsätzliche Denkansatz in Norwegen ist, dass jeder, der sich einen Telemarkski anschnallt, auch ein Telemarker ist. Dabei ist es erst einmal nebensächlich, ob im Telemarkstil gefahren wird, oder nicht – irgendwann beginnt man sowieso damit.

Polen
Ähnlich wie Norwegen setzt auch Polen auf die NTN. Darüber hinaus sehen die Polen ein großes Potential für den Telemarksport, da im Zuge eines allgemeinen Skibooms in Polen bis zu 30 neue Skigebiete entstehen sollen. Die polnischen Telemarker hoffen, aufgrund der nordischen Tradition in Polen, etliche neue Telemarker zu gewinnen. Der Telemarkunterricht in Polen beginnt mit Pflugfahrten und lehnt sich dann im fortgeschrittenen Bereich stark an das schweizer und das deutsche Technikverständnis an.

Schweiz
Das Expertenteam aus der Schweiz stellt das neu entwickelte Telemark Lehrmittel vor, dessen Technikverständnis in das Schalenmodell von SwissSki integriert ist. Basis für das Telemarken sind Kipp-, Knick-, Streck-, Beuge- und Drehschwung.

ImageAustralien
Australien stellt ein Konzept vor, welches den Telemarker schnell zum Fahren bringt. Die Schrittstellung spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Man beginnt mit einer extrem kleinen Schrittstellung, die nur wenige Zentimeter groß ist, anschließend wird die Schrittstellung nach und nach vergrößert.

Neuseeland
Neuseelands Ansatz ist dem australischen sehr ähnlich. Ergänzend fügen die Neuseeländer hinzu, dass heutzutage Schneesportler aller Disziplinen, also auch Telemarker, vor allem über Freestyle gewonnen werden können.

ImageUSA

Die US-Telemarker setzen stark auf Rocker-Ski und auf das technische Merkmal, den ersten Teil der Kurve gedriftet und den zweiten Teil der Kurve auf der Kante geschnitten zu fahren. Freestyle wird in den USA auch im Telemarkbereich genutzt, um neue Kunden für Kurse zu gewinnen. Diese Aussage unterstreicht das US-Team auch durch die Verstärkung ihrer Delegation, mit Freestyle Legende Glenn Plake und seiner Gemahlin Kimberly.

Kanada
Kanada stellt neben Polen als einzige Nation die Verbindung von Pflug und Telemark dar. Außerdem ist den Kanadiern vor allem die Empathie des Lehrers wichtig. Er muss verstehen, was seine Schüler und Kunden wollen, um deren Erwartungen zu erfüllen.

UK
Großbritannien stellt zunächst einen eher teilmethodischen Ansatz vor, der Schrägfahrten, Schrittwechsel und Kurvenfahren trennt. Anschließend geht es viel um Beobachtung der eigenen Spuren, um Unterschiede zwischen driften und steuern herauszuarbeiten.

Finnland
Finnland legt viel Wert auf eine gute, stabile Schrittposition und verwendet im Unterricht häufig Partnerübungen. Zwei Schüler fahren im einfachen Gelände zusammen und stabilisieren sich dabei gegenseitig, indem sie sich an einer Torstange festhalten.

ImageDeutschland
Deutschland stellt unter anderem das Regler- und das Schlüsselkriterien-Konzept vor, die dem Telemarker Orientierungspunkte zur Verbesserung der eigenen Technik aufzeigen und gleichzeitig Spielraum für einen individuellen Stil geben.

ImageAuf dem Interskikongress konnte beobachtet werden, dass die Ansätze der Nationen durchaus unterschiedlich sind. Einig waren sich die Teilnehmer darüber, dass es in allen Ländern eine Begeisterung für den Telemarksport gibt, die es noch weiter auszubauen gilt. So ist geplant, dass sich alle Telemarker weltweit bereits 2013 in Norwegen aus eigener Initiative treffen, um ein reines Telemark-Welttreffen durchzuführen.


Weitere Fragen zum INTERSKI-Kongress 2011,  zur Ausbildung als Telemark-Lehrer in Deutschland (bei Bedarf auch CH + A) sowie zu Telemark-Kursen für Einsteiger bis Könner werden gerne auf Anfrage beantwortet: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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