Donnerstag, 22 Januar 2015 10:25

Interview mit Moritz Hamberger: Ich gebe immer Vollgas

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Nach einer längeren Verletzungspause ist der junge Moritz Hamberger aus dem deutschen Telemark Team am Oberjoch wieder ins Weltcup-Geschehen zurückgekehrt. Wir haben mit dem Laupheimer aus der Nähe von Ulm mal über seine Ziele und Erwartungen gesprochen.

Moritz, wie bist du zum Telemark gekommen?
Moritz: Da war ich 13 Jahre alt. Meine Mutter hat losgelegt und dann meinen Vater infiziert. Da ich gesehen habe, wie viel Spaß die beiden haben, wollte ich das auch ausprobieren. Und das habe ich dann gemacht. Meine Eltern haben mir gezeigt, wie es geht.

Und wie bist du dann in das Telemark Team Germany gerutscht?
Moritz: Ich bin eigentlich immer nur Buckelpiste gefahren und war draußen zum Freeriden. Mit Rennen hatte ich nichts am Hut. Bei der offenen Deutschen Meisterschaft der Telemarker 2011 im Kleinwalsertal bin ich aus Spaß an der Freude mitgefahren. Nach dem Rennen bin ich am nächsten Tag mit meinen Telemarkski noch ein bisschen Buckelpistenfahren gewesen. Und da hat mich dann der Fritz Trojer, der Teamchef vom Team Telemark gesehen. Er hat mich gefragt, ob ich nicht mal mitmachen wolle bei ihnen. Eigentlich hatte ich gar keine Lust auf Stangenfahren. Aber ich bin dann mal mit denen hochgefahren – und schon war ich dabei.

Was reizt dich denn am Telemark?
Moritz: Mir macht das Fahren in dieser tiefen Position in der Schrittstellung brutal viel Spaß – für mich ist das der richtige Kick. Ich gebe immer Vollgas, das gefällt mir. Außerdem fasziniert es mich, andere gute Telemarker fahren zu sehen.

Mit Fahren war es zuletzt nichts bei dir. Du warst verletzt. Aber du bist noch ein extrem junger Fahrer, hast noch viel Zeit. Was hast du noch vor?
Moritz: Leider lassen die Topergebnisse noch auf sich warten. Aber ich lerne noch. Bei der Junioren-WM im vergangenen Jahr hätte ich zum Beispiel im Sprint weiter nach vorne fahren können. Nach dem ersten Durchgang lag ich mit zweitbester Laufzeit auf Rang vier. Im zweiten Durchgang bin ich dann beim Sprung leider overshooted und dann zerschellt. Das war es dann leider. Mein bester Platz im Weltcup ist bislang Rang 17.

Was für ein großes Ziel hast du mit deinen 18 Jahren vor Augen?
Moritz: Olympia wäre ein Traum für mich. Davon träumt jeder Sportler. Und ich hoffe, dass ich bald mal Topplatzierungen einfahre oder eine Medaille gewinne. Das würde mich riesig freuen.

Was fehlt dir denn noch zu einem wie Tobias Müller?
Moritz: Tobi hat eine perfekte Technik. Er ist für mich ein absolutes Vorbild, an dem ich mich orientiere. Er bringt die Sprünge 1a runter, er skatet wie ein König, er bringt dabei eine abartige Frequenz in den Schnee. Er bringt eben fast jeden Lauf super runter, seine Linie ist meist die beste.

Wie kann man das trainieren, dass man so sauber unterwegs ist?
Moritz: Im Sommer mache ich viel auf der Slackline, das ist meiner Meinung nach ein Toptraining für alles. Es stärkt die Rumpfmuskulatur, die Koordination und das Gleichgewicht. Hinzu kommen Radfahren, Besuche im Fitnessstudio und Klettern. Und natürlich ist es wichtig, so oft es geht auf den Ski zu stehen, um Stangen zu fahren, aber um auch mal ins Gelände zu gehen.

Am Anfang hattest du keine Lust auf die Stangen, was reizt denn jetzt an den Rennen?
Moritz: Ich habe gemerkt, es geht viel mehr als nur Skifahren. So gibt es zum Beispiel nie den perfekten Lauf. Man denkt immer, da und da kann ich noch was besser machen. Das ist der Ansporn, das ist die Herausforderung. Hinzu kommt, dass man mit dem Team Länder bereist, in denen ich vorher noch nie war.

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