Donnerstag, 13 November 2014 13:33

Telemark Austria - was geht in Österreich in Sachen Telemark ab?

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Telemark-Austria ist eine Vereinigung österreichischer Telemarker mit dem Ziel, den Telemarksport in Österreich zu unterstützen und zu fördern. Wir stellen euch das Team um Sepp Resch, Walter Unterberger und Martin Rainer mal ein wenig näher vor.

Telemark Austria, wer und was steckt dahinter? Was habt ihr vor? 
Sepp Resch: Wir, das sind im harten Kern ich, der bei uns der Ausbildungsleiter ist, Walter Unterberger, ÖSV-Teamchef und damit verantwortlich für den Rennlauf, sowie Martin Rainer, der sich ums Marketing und die Organisation kümmert. Telemark-Austria ist ein Projekt, an dem wir seit 2001 kontinuierlich arbeiten. Begonnen hat damals alles mit unserem ersten Ausbildungskurs, den Urgestein Arno Klien ins Leben gerufen hatte. Darauf hin hat sich der harte Kern herausgebildet: Arno Klien, der leider schon verstorbene Markus Egger, und ich.Heute haben wir eine breite Plattform – das Team hat sich über die Jahre erneuert und im offiziellen Ski-Österreich erfolgreich etabliert. Ich begleite das Projekt als Treiber und MasterMind seit Beginn und habe noch so viele Ideen und Motivation. Mein Leitmotiv ist es, das verbindende im Skisport zu fördern – hier können wir noch viel Beitrag leisten. Über die ÖSV-Struktur haben wir nun auch schon in den Landesverbänden mittlerweile 5 Referenten installiert, die sich um den Rennlauf Nachwuchs kümmern – mit zunehmend gutem Zulauf –, nun ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis wir die ersten richtig guten Rennläufer zu WC-Rennen entsenden können.Wir sind im Verband der Schneesport-Instruktoren, im ÖSV sowie in allen österreichischen Alpinvereinen etabliert. Das macht natürlich die Sache wesentlich einfacher als zu Beginn unserer Bemühungen. Und langsam aber sicher kommen Erfolge und Präsenz .... wir sind derzeit auf einem sehr guten Weg.

Telemark hat in Österreich ein eher kleinen Stellenwert. Woran liegt das? Wie kann man das ändern? Was habt ihr da für Pläne?
Sepp: 
Im Grunde ist es in Österreich nicht sehr einfach neben der dominanten alpinen Skiwelt zu bestehen. Ich denke aber, nun haben wir diese Hürde endlich überwunden, alle Anzeichen sprechen dafür.  Unser Vorbild ist diesbezüglich die Schweiz – dort hat man ein Selbstverständnis, dass alle Schneesportarten gleichwertig behandelt und anerkannt sind! Das ist unser Ziel auch für Österreich zu erreichen.  Wir sind überzeugt davon, immerhin sind wir eine Schneesportnation – nicht nur im alpinen Skilauf!

Wie kommt man als Österreicher überhaupt zum Telemark fahren?
Sepp: 
Nun ist es mittlerweile ja nicht mehr so, dass Österreicher mit Ski geboren werden .... aber dennoch, hier gibt es natürlich eine flächendeckende Grundversorgung über das Vereinswesen. Damit kann jeder hier ab 4 Jahre sehr leicht auf kurzem Weg Skifahren lernen und wird darüber hinaus, meist kostenlos bestens betreut. Hier greifen wir mit unserem Zugang ein, wir sprechen jene an – denen der alpine Skilauf zu „wenig“ oder zu „eintönig“ geworden ist .... alle die etwas Neues, Herausforderndes suchen und sich in unseren Bergen gerne abseits von Pisten bewegen möchten. Hier greift auch unser Telemark-Ausbildungskonzept ein : „Der schnelle Weg“ vom alpinen Skilauf zum Telemark.

Wie sieht es mit eurer Nationalmannschaft aus?
Sepp: Nationalmannschaft und Skilauf ist in Österreich mit ganz hohen Erwartungen und Anforderungen verknüpft .... da stehen wir gerade mal am Anfang. Wir haben aber mit dem ÖSV eine Grundsatzentscheidung getroffen – den substantiellen Weg über die Basisarbeit mit Jugend- und Nachwuchskadern zu starten. Natürlich wäre es auch uns leicht .... fertige Rennläufer zu „konvertieren“, hier hätten wir auch sicherlich schnelle Erfolge zu verzeichnen. Uns ist die tragfähige und stabile Basisarbeit ein anliegen – der ÖSV unterstützt uns hier sehr gut – und mit Walter Unterberger haben wir den besten Mann an der Front um nachhaltige Erfolge zu sichern.

In Sachen Ausbildung: Was sind eure Schwerpunkte, was macht ihr anders, was macht ihr besonders gut?
Sepp
Wir haben ja mit Arno Klien einen anerkannten Skiexperten, der hat die Grundzüge unseres Ausbildungsprogrammes über viele Jahre evolutionär entwickelt. Darauf heben wir aufgebaut und mit ganz neuen Ansätzen aufgeladen. Wir verfolgen den Grundsatz, nicht zu verschulen – Freiheitsgrade zu ermöglichen .... hier haben wir z.B, ein Konzept „function follows form“, etwas neuartiges in der Skitheorie ... aber auch ganz einfache Konzeptansätze, mit denen wir bekanntes (alpines Skifahren) mit neuem (Telemarken) erfolgreich und schnell verbinden. Bekannt sind wir für unsere Ausbildungskurse, die wir mit einem besonderen Spirit emotional aufladen – hierzu brauchst du einfach ein geniales Lehrteam. Und das habe ich handverlesen! Martin, Walter, Geri und Mark stehen mir hier nicht nur zur Seite – wir sind ein Team – jeder von uns ist Skiexperte und darüber hinaus mit besonderen Stärken aufgeladen. 

Wer kann bei euch an der Ausbildung teilnehmen?
Sepp: Schon an unserem Lehrteams ersichtlich – wir haben internationalen Zuschnitt ! Ein Deutscher, ein Ungar, 3 Österreicher. 30% unserer Teilnehmer kommen aus anderen europäischen Ländern. Da unsere Ausbildung eine offizielle Ausbildung im Sinne einer Mittelschule ist, kommt dafür auch der österreichische Staat auf. Hier ist Österreich sehr liberal aufgestellt – und wir leben auch diesen offenen Zugang. Damit haben wir nicht nur ein attraktives, sondern auch kostengünstige Ausbildungskonzept. Viele schätzen den offiziellen Charakter mit dem österreichischem Ski-Adler abzuschließen – viele Absolventen berichten über bevorzugte Akzeptanz bei der Jobsuche in Skischulen weltweit. 

Gibt es einen Lehrplan oder ist so etwas in Planung?
Sepp: Ja natürlich – den muss es ja geben hier. Dieser wird mit dem Bundesministerium für Unterricht erstellt und abgestimmt. Unser Lehrplan ist in der Struktur, Inhalt und Dauer auf gleicher Ebene wie alle offiziellen österreichischen Ausbildungen im (Ski)Sport. 

Habt ihr vor, eigene Events zu planen und durchzuführen?
Sepp: Die Telemark- Austria ist die Plattform für unseren Sport – wir kümmern uns vorwiegend um Ausbildung, Weiterbildung, Demoteam sowie Rennlauf. Darüber hinaus koordinieren wir so gut es geht die Interessen auf Vereinsebene zu koordinieren. Wir veranstalten gemeinsam mit dem ÖSV die österreichischen Meisterschaften. Darüber hinaus überlassen wir es lokalen Telemark-Vereinen Events durchzuführen. Hier gab es ja in der Vergangenheit viele Akzente – ob in Gargellen, Leogang, St. Johann. Das ist aber ganz klar nicht unser erster Fokus. Österreichische Telemarker haben ja im Gegensatz zu vielen anderen Ländern besonders leichten Zugang diesen Sport auszuüben. Auch an Testmaterial kommt man hier vergleichsweise einfach heran. Vielleicht ist hier der Bedarf und die Nachfrage an solchen Veranstaltungen nicht so groß wie z.B. in Deutschland.

 Weitere Infos unter www.telemark-austria.at

 

 

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