Dienstag, 04 März 2014 10:36

Interview mit Elmar Müller Empfehlung

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Und weiter geht es mit unserer Interviewserie. Dieses Mal haben wir - kurz vor dem Telemarkfest im Kleinwalsertal - bei Elmar Müller angeklopft und wollten von ihm wissen, warum dieser Event so ein Dauerbrenner ist.
Wie kamst du auf die Idee, das Festival ins Leben zu rufen? Im ersten Jahr war es ja einfach nur ein Rennen. Ich war damals übrigens dabei, bin extra von Zermatt aus angereist.
Elmar: Genau, du warst dabei! Ende der 90er Jahre, als wir das Telemarken gelernt haben, gab es nirgendswo Material. Es dauerte fast ein Jahr, bis ich mir eine Ausrüstung besorgt hatte – Lehrer gab es damals auch keine – ich bin sicher 2 Wochen mit dem kurveninneren Ski vorne gefahren, bis ich gemerkt habe, dass es anders viel einfacher geht. Die Idee war eine Veranstaltung zu etablieren, bei der Interessierte alles in einem Paket geboten wurde. Leihmaterial, Workshops und natürlich echtes Telemark-Feeling.

Hättest du damals erwartet, dass die Sache mal so ein Renner wird und jedes Jahr mehrere Hundert Telemarker ins KWT lockt?
Elmar: Im Leben nicht! Aber es hat sich einfach immer weiter entwickelt, und die Leute hatten Freude am Fest im Kleinwalsertal. Wir haben nie groß Werbung gemacht – Mundpropaganda war für uns die beste Werbung. Und so wurden aus 36 Teilnehmern mit den Jahren gut 300.

Was ist deiner Meinung nach das Geheimnis des Erfolgs?
Elmar: Ich glaube was bei den Teilnehmern immer gut angekommen ist, war der persönliche Kontakt. Jeder kennt jeden – es war und ist einfach ein großes Familientreffen.

Wie viel Zeit steckt man in die Vorbereitung des Festivals?
Elmar: Nach dem Fest ist vor dem Fest – Terminfindung war gleich nach der Skisaison unsere erste Aufgabe. Dann ging es eigentlich das ganze Jahr durch – immer wieder Termine mit Sponsoren und Partnern – die letzten Wochen vor dem Fest waren natürlich die intensivsten im Jahr mit sehr wenig Schlaf. Aber ich möchte an dieser Stelle sagen, dass das Telemarkfest nur mit den vielen fleißigen Helfern im Hintergrund möglich war und auch immer noch ist. Mit Chris und mir waren zwar immer zwei Gesichter im Vordergrund, aber ohne die Helfer im Hintergrund ist ein Event in dieser Größenordnung nicht zu realisieren. Tja, dieses Jahr erlebe ich wohl zum ersten Mal keine schlaflosen Nächte vor dem Event ;-))

Du hast dich aus der Orga ein wenig rausgezogen? Fiel das leicht, sein Baby abzugeben oder war das ein Schritt mit schwerem Herzen?
Elmar: Sicherlich fällt es einem nicht leicht, sein Baby abzugeben, aber Kinder werden groß, und irgendwann ziehen sie aus. Leider hatte ich auch gesundheitlich in letzter Zeit arge Probleme, und so war es nach 14 Jahren einfach an der Zeit, mich zurückzuziehen.

Neues Team, neue Ideen? Oder soll man bei der Geschichte lieber auf Altbewährtes setzen?
Elmar: Nein – der neue Vorstand von Telemark+ ist hoch motiviert und macht einen super Job. Ich denke, es ist ganz wichtig, dass neue Köpfe auch neue Ideen einbringen. So bleibt es für die Telemarker auch nach den vielen Jahren spannend, ins Kleinwalsertal zu kommen.

Das Programm ist immer ähnlich, und doch gibt es mit den Mottopartys und wechselnden Lokalitäten immer wieder Neuigkeiten. Ist das so gewollt?
Elmar: Ja, genau das ist wichtig, dass die Teilnehmer Abwechslung und Spaß erleben. Wir haben in den letzten Jahren viel ausprobiert, manche Sachen sind super angekommen, manche nicht so toll. Aber dennoch sind die Telemarker immer wieder gespannt iins Tal der Telemarker gekommen, und wir haben gemeinsam gefeiert.

Wie lange soll es das Festival noch geben?
Elmar: Ich hoffe noch ganz, ganz lang! Auch die Menschen im Tal fragen mich oft: Wann ist denn endlich wieder Telemarkfest – sie freuen sich auf die Telemarker. Während des Festes herrscht überall gute Laune, und die Telemarker fallen mit ihrer lockeren Art angenehm auf. Mit dem Telemark+ Förderverein und Kleinwalsertal Tourismus als Veranstalter sehe ich das Telemarkfest für die Zukunft sehr gut aufgestellt.

Du hast durch das Festival einen gewissen Bekanntheitsgrad in der Telemarkszene, denn es gibt leider nicht allzu viele Leute, die sich so für unseren Sport engagiert haben wie du. Ist das eine schöne Begleiterscheinung oder völlig egal?
Elmar: Hmm, ist das so? Eigentlich ist es egal, ob man bekannt ist oder nicht, es kommt darauf an, was man macht und ob man es mit Freunde macht, denn dann macht man es meist gut und kann andere begeistern. Ich habe in den letzten 14 Jahren sehr viele unterschiedliche Menschen in und um die Telemarkszene kennenlernen dürfen – das war eine super Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Manchmal passiert es mir, dass ich am Wochenende beim Kaffee in der Cantina nett gegrüßt werde, ich die Telemarker vom Sehen her kenne, aber keinen Namen dazu weiß – bitte nicht persönlich nehmen, ich habe ein extrem schlechtes Namensgedächtnis. Meine Zeit im Vordergrund ist jetzt vorbei - wenn mich die Telemarker in fünf Jahren immer noch kennen und grüßen, dann ist wohl ein bestimmter Bekanntheitsgrad vorhanden, und dann freue ich mich richtig!

Infos zum Elmar:
Alter: 41
Job: PR Manager bei Kleinwalsertal Tourismus
Telemarker seid wann und warum: seit ca. 16 Jahren – weil es mich einfach gereizt hat, diese damals bei uns absolut unbekannte Sportart zu lernen.
Familienstand: verheiratet – eine Tochter
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