Donnerstag, 16 April 2015 21:04

22 Designs Outlaw Beta Test

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Endlich war es so weit. Das Beta Testmodell der neuen 22 Designs Outlaw NTN Bindung war im Postkasten gelandet und würde für die folgenden drei Wochen die Pisten, Buckel und Powderhänge der Umgebung unsicher machen.

Optischer Eindruck
Nachdem es sich bei unserer Testbindung um einen Prototypen handelt, ist dieser Punkt natürlich etwas zu vernachlässigen, aber auf den ersten Blick sieht die Outlaw fast filigran aus, wenn man sie mit einer Rottefella Freeride vergleicht. Sie ist schmaler und scheint die verstärkten Bereiche wirklich nur dort zu haben, wo man sie braucht.

Montage
Die Montage funktioniert, wie bei 22 Designs gewohnt, sehr einfach. Das Bohrmuster ist gleich wie bei den anderen 22 Designs Modellen und mit Schablone, Körner und etwas Holzleim ist die Arbeit schnell erledigt.
Benutzt man existierende Axl, Vice oder Hammerhead Bohrlöcher fällt auf, dass die Position ein Stück nach hinten verschoben wird, was aber kein Problem ist.

Step In /Step Out
Die Outlaw ist eine echte "Step In" Bindung. Mit unserem Testschuh (Garmont Prophet/Scott Voodoo NTN) funktionierte der Einstieg immer tadellos und es gab keine Probleme mit Vereisung oder Ansammlungen von Schnee im Mechanismus. Beim Ausstieg, der an der Second Heel mit Hilfe des Skistockes aktiviert wird, bleibt der Schuh noch manchmal ein wenig in der Bindung hängen. Diese Kleinigkeit soll aber in der Verkaufsversion bereits behoben sein.

Fahrperformance
Unser Testmodell war mit einer goldenen Feder ausgestattet und beim ersten Flexversuch war die Vorspannung am Drehrad auf Stufe 1 (von 5) eingestellt. Kommt man von einem straffen 75mm Setup (Black Diamond Custom/Vice und Axl Stufe 2), erscheint einem  die weiche Knickfalte des  Scott Schuhs in Kombination mit der Federvorspannung erst einmal sehr ungewohnt und man hat das Gefühl von der Falte sehr wenig Unterstützung zu bekommen.

Während der ersten Fahrten auf der Piste bemerkt man allerdings sofort die super Performance der Outlaw.  Die seitliche Stabilität ist unglaublich. Man braucht sehr wenig  Aktivität um den Schwung einzuleiten und der Innenski lässt sich sehr schön führen, da einfach mehr Halt vorhanden ist. Der Zugverlauf ist anfangs etwas weicher und wird aber der Mitte sehr straff. Man muss seinen 75mm Fahrstil anpassen und mit etwas weniger Vorlage fahren. Durch die saubere Führung des Innenskis gehen auch Fakie Fahrten merklich einfacher von der Hand.

Bei den nächsten Fahrten wurde die Feder auf Stufe 2 und 2,5 eingestellt. Tester, die viel mit Rottefella Freedom fahren, fanden den Zug zu straff und fühlten sich eher mit Stufe 1 wohler. In verspurtem Gelände und bei schwierigem Schnee resultiert der erhöhte Zug in sehr viel Stabilität. In engem Gelände sind unglaublich schnelle Schrittwechsel möglich, was hier ein klarer Vorteil ist. In frischem, leichten Powder reicht der Zug von Stufe 1 wieder völlig aus. Das Verkaufsmodell wird es mit 3 verschiedenen Federhärten geben, damit jeder seinen perfekten Zug findet.

Tourenmodus
Der Tourenmodus und das Fersenteil mit Steighilfe sind von der altbewährten AXL übernommen und funktionieren auch dementsprechend gut.

Rottefella Freeride vs. Outlaw
Diese beiden Modelle sind die am ehesten vergleichbaren NTN Modelle. Die Freedom fällt hier weg, da sie in Sachen Zug und seitlicher Stabilität hinterherhinkt. Die Freeride hat bereits eine große Anhängerschaft, was jedoch manche kritisieren ist die Dosierbarkeit. Eine Freeride aktivierst du und sie gibt sofort volle Power-alles oder nichts. Die Outlaw mach das anders. Hier kommt die volle Power nicht sofort  und schlagartig, sondern man kann, wie eben auch bei 75mm, den Zug auch dosiert einsetzen.

Erkenntnisse aus der Betaphase
Über 100 Tester hatten sich für das Betatestprogramm gemeldet und ihre Outlaws mittlerweile ausgiebig getestet. Durch die Erkenntniss aus den Tests wird es einen verstärkten Aufnahmehaken für die Second Heel und verlängerten Federweg geben. Außerdem kommen noch Skibremsen in den Breiten 110 und 125 optional dazu.

Fazit
22 Designs hat mit der Outlaw eine Brücke zwischen der Performance von NTN und der Geschmeidigkeit und Dosierbarkeit von 75mm geschlagen. Diese Bindung könnte sogar noch den letzten 75mm Fan auf die NTN Schiene bringen.

 

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