Mittwoch, 14 Dezember 2005 00:05

Liebesbrief an den Telemarkschwung

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ImageIn einem alten Skibuch "Die Ski-Schwünge" von Josef Dahinden aus dem Jahre 1930 haben wir eine Art Liebesbrief gefunden. Hans Roelli  drückt dabei in  einer unvergleichlichen Begeisterung seine Liebe zum Telemark aus.


Der Telemark (Von Hans Roelli / aus dem S.S.V.):
„Du bist ein Sichelmond in demütigem Schnee. Du bist ganz Schönheit, langgeschwungen, und wie die Augenbraue meiner Frau. Als ich dich schuf, zog der Schnee empor und dang ein Lied. Du bist aneinandergereiht, ein Spiel heller, nie dunkler, zerrissener Akkorde, Wohllaut an Wohllaut, Wiesen aus Wunder und zarter Ergriffenheit.
ImageDu zwingst dich nie auf – du lärmst nicht – du zertrümmerst  die gesetzmäßige ewige Rundung des Schnees nicht. Du bist hineingebettet, du blühst wie ein geordnetes Halbrundbeet von Blumen im Garten. Du bist ein leises Entzücken. Noch runde ich dich – in meinem Herzen, in meinen Händen bewege ich dich nach. Nichts ist deinem Rhythmus vergleichbar – nichts deinem Wolkenwiegen, Entlösen und Einsammeln, deinem Schmetterlingstaumeln und Trunkensein ähnlich. Du bist in deiner singenden Art vollendet.

Ein Dichter muß dich erschaffen und geformt haben. Fallen darum vielleicht böse Worte, Schlachtrufe, Banner und Fahnen, blitzende Schwerter über dich her? .... Ist das Schöne, Feine und Zärtliche nicht seit jeder angefeindet worden? Und heute dazu, in einer erstaunlich-praktischen Zeitperiode wäre es anders zu erwarten?
Image
Geliebter und gelobter Telemark! Du sollst nicht fliehen – ich schwinge dich mitten und stolz in das angestampfte Volk hinein – oder nein, ich schwinge dich hoch oben auf den einsam-runden, tiefschneeigen Kuppen und grüße durch dein Silberzerstieben die mir göttlicher erscheinenden Welt und freue mich ihrer."

Das ist doch wohl der Wahnsinn, oder?????
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