Montag, 15 Oktober 2001 02:00

Ist Telemarken gefährlicher als Skifahren?

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Wer hat die Frage von einem Laien noch nicht gehört?! Vor allem das gebeugte Knie und die tiefe, oftmals so akrobatisch anmutende Körperposition der Telemarker versetzen viele Skifahrer in den Glauben, dass das ja wohl nicht gesund sein kann für den Körper.
Eines schon mal vorneweg. Durch den Schrittwechsel ist das Telemarkfahren den natürlichen Gehbewegungen besser angepasst als das alpine Skifahren oder das Snowboardfahren. Gesünder können wir uns also nicht fortbewegen als in einer Art und Weise, wie wir es von der Alltagsmotorik her gewohnt sind. Allerdings versetzt das Knie des vorgeschobenen Beines den Laien oft in Angst und Schrecken, meint er doch, dass hier eine ungemeine Belastung auf das Knie wirken würde. Dabei ist doch genau das Gegenteil der Fall.

Beim alpinen Skilauf steht man mit seinem gesamten Körpergewicht über beiden Knien. Beim Telemarken jedoch sinkt der Körperschwerpunkt zwischen die Beine ab, so dass das vorgeschobene Knie weitaus weniger belastet wird, als beim Alpinfahren und die Schläge und Stöße besser absorbieren kann. Zudem wird das Kniegelenk genau in der Achse bewegt, für die es auch „gebaut“ worden ist. Die schädlichen Gegenrotationsbewegungen treten eher beim Alpinfahren auf.

Zudem haben die Telemarker im Fall eines Sturzes den großen Vorteil, dass sie nur an der Spitze ihres Schuhs mit dem Ski verankert sind. Duch diese eingelenkigen Bindungen gibt es kaum ernsthafte Verletzungen, auch wenn der Sturz noch so schrecklich aussieht. Der Grund: Es kann durch die Fixierung lediglich an der Fußspitze kaum ein Hebel wirken. Anders verhält es sich beim alpinen Skifahren. Löst eine Bindung im Falle eines Sturzes einmal nicht aus, so hat dies meist böse Verletzungen zur Folge. Denn durch die Fixierung an Schuhspitze und -ende entsteht eine extreme Hebelwirkung, die die Knochen brechen und die Bänder ganz schnell reißen lässt. Hinzu kommt beim Telemarken der für die Muskulatur so angenehme Wechsel von Spannung und Entspannung bzw. Belastung und Entlastung. Der Körper ist also nie in einer Position festgefroren, sondern ist immer in Bewegung.

Eines geben wir Telemarker allerdings gerne zu. Telemarkfahren ist anstrengender als Skifahren oder Snowboarden. Die Oberschenkelmuskulatur wird bei keiner anderern Schneesportart so extrem belastet. Aber nicht nur die Belastung der Oberschenkel in der Schrägfahrt oder beim Schrittwechsel lassen einen aus der Puste kommen, auch fordern die feinen Bewegungsteuerungen und der damit verbundene koordinierte Muskeleinsatz ihren Tribut. Dies führt zu einer vermehrten Sauerstoffaufnahme, so dass ein ungeübter Telemarker viel früher eine Pause einlegen muss als ein ungeübter Skifahrer oder Snowboarder.

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pad 15.11.2001

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