Montag, 07 April 2014 15:18

Warum die 20. Auflage die letzte La Skieda war

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Das große Telemarkfestival in Livigno ist am Samstag zu Ende gegangen. Die einen kennen diese Veranstaltung als Free Heel Fest, andere als La Skieda. Warum das Festival in diesem Jahr zum letzten Mal La Skieda hieß und warum es das Festival nie mehr unter diesem Namen geben wird, das verriet uns Rudi Mottini (61), einer der drei Begründer des Festivals in Livigno.
Herr Mottini, warum wird das Telemark-Fest in Livigno nicht mehr unter dem Namen La Skieda laufen?
Rudi: Das Festival heißt ja schon seit einiger Zeit nur bei den runden Jahreszahlen wie bei der 10., 15. und in diesem Jahr bei der 20. Auflage La Skieda, weil es dann vom Originalteam des Telemark Clubs Livigno ausgerichtet wird. Ansonsten, also in den vier Jahren zwischen den runden Zahlen,  wird es Free Heel Fest genannt, dann wird es vom Tourismusbüro in Livigno organsiert. Das heißt, das Festival wird es auch in der Zukunft geben, aber eben nicht mehr unter der Bezeichnung La Skieda. Wir vom Telemakl Club haben uns diesen Namen schützen lassen, den darf kein anderer verwenden.

Und warum hören Sie auf?
Rudi: Ganz einfach, wir sind müde geworden. Das haben wir zwar schon öfter gesagt, aber jetzt bin ich fertig. Aus dem Originalteam sind neben mir noch Fausto Bormolini und Luigi Martinelli übriggeblieben. Die anderen, die jetzt zum Orga-Team gehörten, sind im Laufe der Jahre dazu gestoßen.

Wie groß ist denn Ihr Team? Und wie lange haben Sie die La Skieda 2014 vorbereitet?
Rudi: Wir waren in diesem 64 Leute. Wir haben uns sechs Monate vor dem Festival jeden Dienstag getroffen und geplant. Und es gab eine Menge zu tun. Denn aufgrund der Tatsache, dass es die letzte La Skieda sein wird, kamen so viele Telemarker wie noch nie nach Livigno. Wir hatten in der Woche 2000 Telemarker zu Gast. Aus über 40 Ländern.

Können Sie sich noch an das erste Festival erinnern?
Rudi: Na klar. Wir haben in Livigno 1987 mit dem Telemarkfahren angefangen. Ich war ein Freestyler und war damals in den USA unterwegs. Dort habe ich Telemarker gesehen und war gleich angefixt. Zuhause haben wir uns dann auf Ski Telemarkbindungen montiert und uns Telemarkschuhe besorgt. Das war für mich recht leicht, weil ich ja schon damals ein Sportgeschäft in Livigno geführt habe - und jetzt immer noch führe. Das erste Festival haben wir dann 1993 ausgerichtet, das waren die italienischen Telemark-Meisterschaften. Die Idee, die am Anfang dahinter steckte, war eine ganz simple. In Livigno sind die Schneebedingungen immer bis weit in den April, manchmal sogar bis Anfang Mai richtig gut. Aber es kamen zu dieser Zeit kaum noch Touristen zu uns. Durch das Festival dachten wir, dass wir dann auch noch Skifreunde in der Nachsaison nach Livigno locken können. Am Anfang hatten wir auch noch auf diese Rennsachen gesetzt, aber das haben wir dann schnell sein gelassen. Denn es sollte der Spaß im Vordergrund stehen. Telemark, Kultur, Freundschaften und solche Dingen waren uns dann wichtiger als der Wettkampfgedanke.

Haben Sie ein wenig Sorge, dass das Festival nicht noch einmal 20 Jahre leben wird?
Rudi: Nein, das habe ich nicht. Ich bin da sehr zuversichtlich, dass es weiter geht. Das hat ja auch in den Jahren zwischen den runden Zahlen gut geklappt. Und vielleicht finden sich ja auch ein paar junge Leute, die das dann wieder zur 25. oder 30. Auflage machen wollen. Aber das Festival wird dann trotzdem nicht mehr La Skieda heißen, da müssen die sich dann etwas anderes einfallen lassen.

Für Sie heißt das jetzt, dass Sie wieder mehr Zeit für sich, Ihr Sportgeschäft, Ihre Familie und fürs Telemarken haben werden?
Rudi: Telemark bin ich leider schon seit über 13 Jahren nicht mehr gefahren. Das macht meine Gesundheit nicht mehr mit. Und Ski fahre ich nur noch ganz wenig. Dennoch hat mir das Festival viel gegeben, denn ich habe dadurch Freunde in der ganzen Welt gefunden. Da war das Thema bei unserer letzten La Skieda auch Freundschaft.

Auf dem ersten Foto ist Rudi mit seinem jüngsten Sohn Marco und seiner Frau Christina zu sehen.

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