Skitest 2015 - Skitest in Hintertux

geschrieben von  Patrick Droste, Peter Schilcher, Malin Strotmann
Wir vom telemarkfriends-Team haben schon eine Menge Skitests organisiert. Genau genommen war es bislang elfmal, dass wir die neuesten Modelle intensivst unter die Lupe genommen und mit Blick darauf gecheckt haben, wie gut - oder schlecht - sie mit Telemarkbindungen funktionieren. Doch was wir im Mai 2014 in Hintertux - dank der großartigen Unterstützung der Hintertuxer Bergbahnen, des Tourismusverbandes Tux-Finkenberg und des Hotels Kössler - hoch oben auf dem Gletscher erlebt haben, hat alles bisher Erlebte in Sachen Skitest in den Schatten gestellt.

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Niemals zuvor hatten wir so viele Tester vor Ort. Fast 50 Freeheeler waren dieses Mal dabei, um sich mit uns zusammen auf die Modelle der Saison 2014/15 zu stürzen. Aber nicht nur die Quantität war herausragend, sondern auch die Qualität der Fahrer. Gleich vier Mitglieder des DSV Teams Telemark mit dem Gesamtweltcup-Gewinner Tobias Müller und der mehrfachen Junioren-Weltmeisterin Johanna Holzmann an der Spitze waren mit am Start. Doch nicht nur die “Profis” sorgten für professionelle Testergebnisse, sondern auch alle anderen Tester, die sich zuvor über unsere Webseite für die vier Tage im Tuxer Tal angemeldet hatten, und die Vertreter der verschiedenen Firmen standen top auf dem Telemark-Ski und rockten zusammen mit uns die Hänge oberhalb des frisch renovierten Tuxer Fernerhauses.

Groß war aber auch einmal mehr die Auswahl des zu testenden Materials. Klassisch gebaute Ski, Rocker und Doppelrocker, Twintips, Fatboys für den Powder, Rennmaschinen für die Piste, Allrounder für jede Gelegenheiten — es war alles dabei, was der Markt in diesen Zeiten zu bieten hat. Die eine Hälfte der Ski war mit Vice-Bindungen von 22Designs montiert, die andere mit Freedom-Bindungen von Rottefella, so dass jeder, egal ob er 75-mm- oder NTN-Schuhe besitzt, am Test mitmischen konnte. An dieser Stelle ein Riesendank an die beiden Firmen für die Bereitstellung der Bindungen.

Der Hammer waren aber die Schneebedingungen oben auf dem Gletscher. Okay, die ein oder andere Fahrt im Nebel musste schon absolviert werden, dafür aber haute der Schnee uns alle um. Fetter Powder lag dort oben. So, als wenn er extra die ganze lange Saison auf uns gewartet hätte. Und das Ende Mai. Wahnsinn.

Daher gab es für die Tester kaum ein Halten. Schnell einen Ski ausgesucht, ab zur Gondel, den Berg hinauf — und schon ging es los. Der Schnee flog uns nur so um die Ohren. An der Teststation auf der Veranda des Tuxer Fernerhauses wartete dann die leidige Pflicht, aber auch der Grund für unsere unzähligen Fahrten: das Ausfüllen der Testbögen. Denn wir wollten einen möglichst großen Haufen an Ergebnissen mit nach Hause nehmen, um die Ski dann objektiv bewerten zu können.

Besonders erfreut waren wir in diesem Jahr darüber, dass mit Kevan Beane sogar extra der Chef von Rip’n Wud aus Frankreich angereist war und seine extrem hochwertigen und fein zu fahrenden Handmade-Ski im Gepäck hatte, damit wir sie mal testen konnten. 1997 hatte der gebürtige Kanadier in Chamonix damit begonnen, Ski selbst zu bauen. “Ich fand das Equipment, das die Industrie anbot, langweilig, ich war damit einfach unzufrieden”, erklärt Beane, der lange für Salomon gearbeitet und für Scott sogar die Freeride-Linie entwickelt hatte.

Dass seine Ski was können, werdet ihr in den Testergebnissen lesen. Was uns am meisten verblüffte, war die Tatsache, dass er auf jeden Ski eine Garantie von fünf Jahren gibt. “Warum wir das machen? Weil wir es können. Wir haben keine Plastik-Massenprodukte, sondern jeder Ski ist zu 100 Prozent handshaped. So sind die Kanten zum Beispiel auf 11 mm eingelegt, das macht sonst keine andere Marke”, so Beane.

Aber nicht nur eine exotische, leider aber auch sehr teure Marke wie Rip’n’Wud zauberten uns ein breites Lächeln ins Gesicht. Auch die klassischen Firmen bieten wieder eine breite Palette an, in der jeder seinen absoluten Lieblingsski finden kann. Mit den meisten Ski waren einmal mehr Rossignol und Dynastar vertreten — nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit angesichts des kleines Telemark-Marktes. Doch Firmenvertreter Oliver Weber erklärte uns, warum die Franzosen auch in Sachen freier Ferse so aktiv sind: “Der Telemark-Bereich muss unbedingt beachtet werden. Das ist ein kleiner, aber sehr feiner Markt, den wir gerne bedienen. Wir finden den Telemark-Sport cool und können uns damit identifizieren. Daher hat Rossignol die Funktion des Category-Managers Telemark installiert, die ich mit meiner Person besetze. Das gibt es in Deutschland sonst bei keiner andern Skifirma.”

Eine Tatsache, die uns Telemarker natürlich ungemein freut. Und uns zuversichtlich und optimistisch in die Zukunft blicken lässt. Vielleicht sogar mit einem neuen Ski unter den Füßen. Hier kommen jetzt jedenfalls all die von uns getesteten Ski.

Fotos: Patrick Droste, Christian Keller


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